Afrikanische Traumwurzel
Silene undulata
12 Pflanzen · Rechtslage geprüft am 10. Oktober 2026
Ethnobotanik beschreibt, wie Menschen Pflanzen nutzen und benennen. Diese Seite versammelt zwölf Pflanzen, die heute als Samen, getrocknetes Kraut oder Extrakt im Handel sind und deren Gebrauch in Fachliteratur oder Reiseberichten belegt ist. Zu jeder Pflanze stehen der botanische Name, die Familie, die Herkunft und der Rechtsstatus in Deutschland, Österreich und der Schweiz, geprüft am 10. Oktober 2026.
Vier Pflanzen haben einen ausführlichen Eintrag mit Quellen: Blauer Lotus, Kanna, Kratom und die Traumkräuter Calea, Traumwurzel und Entada. Gesundheitsaussagen gibt es hier keine, und alle Inhalte richten sich an Erwachsene.
12 von 12 Pflanzen
Silene undulata
Afrikanische Traumwurzel Silene undulata
Ein Nelkengewächs aus dem Ostkap Südafrikas, im Handel meist unter dem älteren Namen Silene capensis. Die duftenden Blüten öffnen sich nachts. Bei den Xhosa gehört die Wurzel zu den Ubulawu genannten Zubereitungen, die angehende Wahrsager während ihrer Initiation einnehmen, um lebhafte Träume hervorzurufen. Mehr unter Traumkräuter.
Withania somnifera
Ashwagandha Withania somnifera
Ein kleiner Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse mit orangeroten Beeren in einer papierartigen Hülle. Die Wurzel gehört zu den bekanntesten Pflanzen der ayurvedischen Tradition Indiens. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät seit September 2024 Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Lebererkrankungen von Ashwagandha-Präparaten ab. In Dänemark ist Ashwagandha als Nahrungsergänzungsmittel verboten.
Nymphaea caerulea
Blauer Lotus Nymphaea caerulea
Keine Lotuspflanze im botanischen Sinn: Nymphaea caerulea ist eine Seerose aus dem Niltal und dem tropischen Afrika. Sie gehört zu den häufigsten Pflanzenmotiven der altägyptischen Kunst. Die Blüten enthalten die Alkaloide Apomorphin und Nuciferin, deren Gehalt in Handelsware stark schwankt. Ausführlich unter Blauer Lotus.
Calea ternifolia
Calea Calea ternifolia
Ein bitter schmeckender Strauch aus Mexiko und Mittelamerika, im Handel als Calea zacatechichi. Die Chontal in Oaxaca nutzen ihn, um im Traum Botschaften zu erhalten. In einer Laborstudie von 1986 berichteten Freiwillige nach einem Extrakt häufiger von Traumbildern als nach Placebo. Mehr unter Traumkräuter.
Turnera diffusa
Damiana Turnera diffusa
Turnera diffusa ist ein aromatischer Strauch mit kleinen gelben Blüten, verbreitet von Texas über Mexiko bis Südamerika. Die Botanik stellt die Gattung heute zu den Passionsblumengewächsen; eine Übersichtsarbeit von 2014 zählt 135 anerkannte Turnera-Arten. Im Handel ist vor allem das getrocknete Kraut, das als Tee aufgegossen wird.
Entada rheedei
Entada Entada rheedei
Eine tropische Kletterpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Die Hülsen werden bis etwa zwei Meter lang, die hartschaligen Samen überstehen lange Zeit im Meerwasser und werden an fernen Küsten angespült. Im Handel heißen sie „afrikanische Traumbohnen“. Für den Traumgebrauch fanden wir keine Feldstudie. Mehr unter Traumkräuter.
Sceletium tortuosum
Kanna Sceletium tortuosum
Sceletium tortuosum ist eine kriechende Sukkulente aus dem Westen Südafrikas. San und Khoikhoi kauten das zuvor fermentierte Kraut; die ersten schriftlichen Berichte stammen von europäischen Reisenden. Die wichtigsten Alkaloide heißen Mesembrin und Mesembrenon. Ausführlich unter Kanna.
Mitragyna speciosa
Kratom Mitragyna speciosa
Die Blätter von Mitragyna speciosa, einem Baum aus Südostasien, der mit dem Kaffeestrauch verwandt ist. In Thailand kauten Bauern und Tagelöhner die Blätter bei schwerer Arbeit. Das Hauptalkaloid Mitragynin wirkt an Opioidrezeptoren. In der Schweiz ist Kratom dem Betäubungsmittelrecht unterstellt. Ausführlich unter Kratom.
Passiflora incarnata
Passionsblume Passiflora incarnata
Passiflora incarnata ist eine mehrjährige Kletterpflanze aus dem Südosten der USA mit fransigen violetten Blüten und essbaren, gelbgrünen Früchten, die dort Maypop heißen. Im Handel sind das getrocknete Kraut für Aufgüsse und daraus hergestellte Extrakte.
Salvia divinorum
Salvia divinorum Salvia divinorum
Ein Lippenblütler aus der Sierra Mazateca in Oaxaca, den Mazateken in Ritualen kauen. In Deutschland steht die Pflanze in Anlage I des Betäubungsmittelgesetzes, in der Schweiz in Verzeichnis d. In Österreich ist ihr Wirkstoff Salvinorin A als neue psychoaktive Substanz gelistet. Deshalb gibt es hier keinen Produktverweis; Details unter Rechtslage.
Artemisia absinthium
Wermut Artemisia absinthium
Artemisia absinthium ist ein silbrig behaartes Würzkraut aus Europa, Westasien und Nordafrika und die namensgebende Pflanze des Absinths. Sein Inhaltsstoff Thujon ist in der EU begrenzt: höchstens 35 Milligramm pro Kilogramm in alkoholischen Getränken aus Artemisia-Arten.
Leonotis leonurus
Wild Dagga Leonotis leonurus
Leonotis leonurus ist ein Strauch aus dem südlichen Afrika mit quirlständigen, orangefarbenen Röhrenblüten, die von Nektarvögeln bestäubt werden. In Europa wird die Pflanze als Kübelpflanze gezogen; im Handel sind Samen, getrocknete Blüten und Extrakte.
Keine Pflanze passt zu dieser Auswahl.
Die meisten Pflanzen gibt es in drei Formen, und sie unterscheiden sich vor allem in der Konzentration. Samen sind für Sammler und die eigene Anzucht gedacht. Getrocknetes Kraut ist die Form, in der die Pflanzen traditionell verwendet wurden, und damit der naheliegende Anfang. Extrakte sind eingedickt und für Menschen gedacht, die die Pflanze schon kennen.
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Was Angaben wie 10X oder 10:1 bedeuten und welche Produkte zu welcher Erfahrung passen, steht in der Kaufberatung.
Zehn der zwölf Pflanzen stehen in keiner Betäubungsmittelliste von Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Salvia divinorum ist in allen drei Ländern erfasst, Kratom ist in der Schweiz unterstellt und in Deutschland als Lebensmittel nicht zugelassen. Wer bestellt, prüft vorher, was im eigenen Land gilt. Die Tabelle mit Gesetzesquellen steht unter Rechtslage.
nicht gelistet Sonderfall verboten oder unterstellt